Umweltministerium räumt Grundwasserbelastung am Damm der B2 Umfahrung bei Meitingen und auf Gelände der Lechstahlwerke ein
Dies enthüllt die Antwort des Umweltministers Markus Söder auf eine Anfrage der Grünen Abgeordneten Christine Kamm. Die letzten Messungen führen eine Grundwasserbelastung durch erhöhte Molybdän-Werte am Abstrom des Damms auf.
Innerhalb des Werksgeländes der Lechstahlwerke - unterhalb der Schlackenmulde und im Ostteil des Geländes - belegen die Untersuchungsergebnisse von 2008 erhöhte Werte von Grundwasserschadstoffen: neben Molybdän auch Fluorid, Vanadium und Wolfram. Wasserlösliche Fluoride sind giftig und in Tierversuchen wurde Vanadium eine krebserregende Wirkung nachgewiesen.
Schlackehalde unzulässig?
Christine Kamm: „Am meisten hat mich verblüfft, dass im Bereich der Schlackehalde keine Grundwasseruntersuchungen durchgeführt werden, da laut Antwort die Lagerung von Schlacke nur in Stahlbetonwannen oder auf Stahlbetonplatten zulässig. Im Umkehrschluss heißt das, die Lagerung von EOS in der Schlackehalde ist somit unzulässig. Solange dies behördlich geduldet wird, ist die Grundwasserbelastung zu beobachten. Schnellstmöglich sollte die Schlacke aber in den vorgesehenen Wannen gelagert werden."
Schmutzwasser gelangt über Umwege in Lechkanal
Die hydraulische Sicherung pumpt aus dem Abstrom der Schlackegrube stammendes Grundwasser zur innerbetrieblichen Nutzung in das Werk. Dort wird es als Brauchwasser genutzt. Danach gelangt es über das Kühlwasser in den Lechkanal. So wird ganz einfach aus Schmutzwasser Brauchwasser und gelangt zurück in die Natur.„Ich verstehe nicht, warum gerade dieses Wasser nicht auf EOS-typische Schwermetalle wie Chrom, Nickel und Quecksilber untersucht wird", so Kamm. „Der Lech muss vor Verunreinigung mit Giftstoffen geschützt werden."
Umfangreicher Aufgabenkatalog
„ Das Landratsamt Augsburg muss nun den Betreiber auffordern, die Herkunft der Schadstoffe aufzuklären. Auch der Umgang mit Niederschlagswasser, das bisher unter Umständen nur versickert, muss neu geregelt und die Schlackehalde saniert werden. Das in den Lechkanal geleitet Brauchwasser, sollte ebenfalls auf Schadstoffe untersucht werden.
Ich begrüße aber, dass nun der Damm der B2 Umfahrung in mehreren Schritten saniert wird."






