Der Bundestagsabgeordnete und Obmann im Ausschuss für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung des Bundestages, Herr Dr. Toni Hofreiter, besuchte am 7.9.2009 auf Einladung der Grünen Bundestags-Direktkandidatin Heidi Rohrlack und des Grünen Kreisverbandes Augsburg-Land die verkehrstechnischen Brennpunkte Dritte Gleise, Staudenbahn und Ortsumfahrung Neusäß-Vogelsang im westlichen Augsburger Landkreis.
Zum Ausbau der erforderlichen dritten Gleise stellte Dr. Hofreiter klar, daß für die zu einem großen Teil bereits vorhanden 3 Gleise zur Finanzierung nicht erst eine Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan erforderlich ist. Für die Reaktivierung der vorhandenen Gleise ist das Land Bayern zuständig, das für solche Maßnahmen des Schienen-Personennahverkehrs vom Bund 1 Mrd. Euro zugewiesen bekam. Allerdings habe der Freistaat nur etwa 85% dieser Gelder auch für diesen Zweck verwendet.
Dasselbe gilt für die Reaktivierung der Staudenbahn: das Geld wäre da, wird aber ungleich auf die drei Regionen München, Nürnberg und Augsburg verteilt. Auch ein jetzt erneut von Wirtschaftsminister Zeil in Auftrag gegebenes viertes Gutachten zu Fahrgastprognosen für die Staudenbahn ändert an dieser Tatsache nichts und dient nach Meinung des Grünen Kreisrates Joachim Schoner nur dazu, Zeit zu verzögern und die ÖPNV-Erschließung ländlicher Regionen zu unterbinden. "Der Großraum Augsburg wird komplett abgehängt" bestätigte auch Dr. Hofreiter im Gespräch mit dem Gessertshauser Bürgermeister Anton Mayer, der Fischacher 3. Bürgermeisterin Marianne Koos und den anwesenden Bürgerinnen und Bürgern.
Auch für den Diedorfer Bürgermeister Otto Völk ist die nun schon zu lange anhaltende Verzögerungstaktik der Staatsregierung nicht länger hinnehmbar. Beim anschließenden, ebenfalls gut besuchten Termin in Neusäß-Vogelsang betonte er erneut, daß nur ein parteiübergreifender Einsatz für die Region Erfolg haben könne. "Wir müssen die Pendler von der Straße bringen und damit die Anwohner vom Verkehrslärm entlasten".
Diese Entlastung ist durch eine einseitige Förderung von Straßenbaumaßnahmen wie den "Monster-Kreisel" (Dr. Hofreiter) in Neusäß-Vogelsang auch gar nicht gegeben. Durch diese geplante überdimensionierte Maßnahme werde eine nicht notwendige massive Verbauung der Landschaft verursacht, die die Bürger jedoch nicht schütze. Die Ortsumgehung wäre mit einem Kompromiss aus einem weniger aufwändigen Kreisel und einer teilweisen Untertunnelung außerdem wesentlich günstiger machbar. In der angeregten Dirkussion mit den anwesenden Mitgliedern der Bürgerinitiative Ortsumgehung Vogelsang wurde jedoch auch klar, daß diese Straßenplanung wohl leider nur noch mit einem "guten Anwalt" abwendbar sei.
Der Grünen Bundestagskandidatin Heidi Rohrlack stellt sich hier die Frage, wem diese einseitige Förderung von überdimensionierten Straßenbau-Projekten dient, bei gleichzeitiger Verzögerung des Ausbaues des öffentlichen Schienen-Personen-Nahverkehrs im ländlichen Raum.






