Zeil soll Fahrgastklagen ernst nehmen und die Einnahmen aus Vertragsverletzungsverfahren an die Bahnkunden weitergeben
Die Grüne Landtagsabgeordnete Christine Kamm wirft Bayerns Verkehrsminister Zeil vor, die Probleme der Bahnkunden der Region Augsburg nicht ernst zu nehmen. "Gerade auf einer Strecke, an der so viele Pendler interessiert sind, ließe sich mit einem guten Angebot gutes Geschäft machen. Wenn ein Unternehmen die leeren Sitzplätze aller Züge zwischen 5.30 und 8.15 zähle, und darauf verweise, dass davon noch einige frei seien, spreche dies nicht für die Dienstleistungsorientierung des Unternehmens Bahn, sondern für ein obrigkeitsstaatliches Beförderungsverständnis. Der Bahn, die daran interessiert sein müsse, möglichst viele der Pendler weg vom Auto hin zur Bahn zu locken, müßte es vielmehr ein Anliegen sein, herauszufinden, bei welchen Zügen denn Fahrgäste ab Augsburg oder Mering nach München oder zurück stehen müßten und mit einem zeitnahmen Ergänzungsangebot Abhilfe zuschaffen. Im übrigen hat die DB Regio bereits selbst eingeräumt, dass bei vollbesetzten Zügen die Lüftungs- und Klimaanlage an ihren Grenzen angelangt sei. Es gelte nun, so schnell wie möglich die erforderlichen Nachbesserungen anzugehen. Die Beschwerden und Klagen der Fahrgäste sollte das Dienstleistungsunternehmen zum Anlaß zu nehmen, Unzulänglichkeiten abzustellen und nicht dazu, Fahrgäste vom Gegenteil zu belehren und zu tadeln zu versuchen.
Letztendlich solle auch Bayerns Verkehrsminister Zeil endlich einräumen, dass bei der Ausschreibung des Fuggerexpresses die erforderlichen Standards nicht ausreichend formuliert gewesen sind. Auch vor diesem Hintergrund ist nicht einzusehen, dass der Freistaat die erhobenen Vertragsstrafen für Vertragsverletzungen in seinem Haushalt verbuche, und nicht an die eigentlich Geschädigten, die Fahrgäste weitergebe.
Letztendlich vertraut Christine Kamm aber darauf, dass es zu den erforderlichen Verbesserungen im Angebot kommen wird. Die Grünen setzen sich im Landtag dafür ein, dass die Qualität des Angebots und die Kundenzufriedenheit im Ausschreibungsverfahren zukünftig eine wesentlich größere Rolle spielen wird.






