Raus aus Afghanistan, aber wie? war das Hauptthema der vergangenen Kreisversammlung von Bündnis 90/Die Grünen Augsburg-Land im Hotel Zeller in Königsbrunn.
Die Ereignisse der letzten Monate in Afghanistan haben die Grünen veranlasst sich mit dem Thema näher zu beschäftigen.
Als Referent haben die Grünen Klaus Stampfer von der Augsburger Friedensinitiative AFI eingeladen.
Klaus Stampfer erklärt zunächst den wahren Grund für das militärische Engagement der USA in Afghanistan: Amerikanische Konzerne wollen eine Pipeline von Nord nach Süd durch Afghanistan verlegen, um Erdgasvorkommen nordöstlich von Afghanistan zu erschließen. Die Grundstücke seien bereits gekauft, es mangelte nur noch an einem stabilen politischen System. Um dieses zu erreichen, hat die USA den Kampf gegen die Taliban aufgenommen, der in bekannter Weise eskalierte.
Die andauernden Auseinandersetzungen fordern inzwischen auf allen Seiten einen hohen Blutzoll. Der Konflikt ist für die USA und deren Verbündete nicht mehr zu gewinnen.
Nichts ist gut in Afghanistan, nach den kriegerischen Auseinandersetzungen in Afghanistan, war das Resümee von Klaus Stampfer. Gestützt auf Berichte von Afghanen wie Dr. Martin Baraki und Friedensgruppen berichtet er, dass die kriegsbedingten Toten in Afghanistan auf einem Faktor 100 geschätzt werden. Dies bedeutet, dass bei ca. 1300 getöteten ausländischen Einsatzkräften von 130 000 toten Afghanen ausgegangen werden muss.
Jeder Tote Afghane hinterlässt eine Familie und 10 neue Kämpfer sagt ein afghanisches Sprichwort, so Stampfer.
Wie kommen wir wieder heraus aus Afghanistan war die zentrale Frage der Anwesenden in der Diskussion.
Als Lösung schlägt Klaus Stampfer einen einseitigen Waffenstillstand vor, der zu einer Beruhigung der Lage führen würde. Zu dem einen Fixierten Abzugstermin, die Stärkung der Friedenskräfte, den Einsatz von Ordnungskräften die von der Bevölkerung akzeptiert werden. Als Beleg führt Klaus Stampfer die Aussagen von Insidern aus Afghanistan und von geflohenen Afghanen an, mit denen die AFI in Kontakt steht. Dann kann innerhalb von zwei Jahren mit dem geordneten Rückzug begonnen werden.
In der Diskussion herrscht jedoch die Befürchtung vor, dass auch diese Lösung nicht ohne weiteres Blutvergießen insbesondere auf Seiten der Afghanen vonstatten gehen werde.






