Kapitel V aus unserem Kommunalwahlprogramm 2026 für den Landkreis Augsburg – hier geht es zum gesamten Programm.
Bildung ist der Schlüssel zu einer gerechten und zukunftsfähigen Gesellschaft. Doch noch immer entscheiden Herkunft, Einkommen oder Wohnort darüber, welche Chancen Kinder und Jugendliche bekommen. Das ist unfair – und es blockiert unser gemeinsames Potenzial. Wir GRÜNE wollen ein Bildungssystem, das alle mitnimmt, Familien entlastet und junge Menschen stark macht für die Herausforderungen von morgen. Im Landkreis Augsburg setzen wir uns für gleichwertige Bildungschancen, moderne Schulen und ein Miteinander ein, das Vielfalt als Stärke begreift.
1. Bildungsgerechtigkeit von Anfang an: Für alle Kinder, überall
Jedes Kind verdient die besten Startchancen – egal, wo es aufwächst oder wie viel Geld seine Eltern verdienen. Wir wollen ein Bildungssystem, das alle Kinder fördert – mit verlässlichen Strukturen, gut ausgebildetem Personal und moderner Ausstattung.
Unsere Forderungen:
- Verlässliche und bezahlbare Ganztagsbetreuung in Kitas und Schulen – mit qualifiziertem Personal, guter Ausstattung und Raum für Bewegung, Kreativität und individuelle Förderung. Eltern sollen Beruf und Familie vereinbaren können – ohne Zeitnot oder finanzielle Sorgen.
- Tagesmütter und -väter schützen, fördern und stärken, denn sie sind ein wichtiger Baustein im Betreuungssystem des Landkreises Augsburg. Ein entscheidender Schritt ist die Bereitstellung geeigneter Räume. Deshalb setzen wir uns dafür ein, verstärkt WBL‑Wohnungen für Tagesmütter und Tagesväter zu öffnen und gezielt für sie zur Verfügung zu stellen.
- Mehr Schulsozialarbeit an jeder Schule, um Kinder früh zu unterstützen, Konflikte zu lösen und Benachteiligungen auszugleichen. Sozialpädagog*innen gehören fest ins Team.
- Moderne Landkreisschulen mit zukunftsfähiger Ausstattung: Schnelles WLAN, digitale Endgeräte für alle und kostenfreies WLAN in öffentlichen Lernorten – damit kein Kind wegen fehlender Technik abgehängt wird. Gleichzeitig brauchen wir mehr Grünflächen, Bewegungsräume und Rückzugsorte, denn Lernen gelingt nur in einer angenehmen Umgebung.
2. Familien entlasten, Teilhabe ermöglichen
Familien leisten jeden Tag Großartiges – doch zu oft bleibt ihre Arbeit unsichtbar oder wird schlecht unterstützt. Besonders Alleinerziehende, Geringverdiener*innen und Patchwork-Familien stoßen an Grenzen. Wir wollen, dass Eltern selbstbestimmt leben können – ohne ständige Sorge um Betreuung, Finanzen oder Vereinbarkeit.
Unsere Lösungen:
- Flexible Betreuungszeiten, die sich an den Bedürfnissen von Familien orientieren – etwa durch frühe Bring- und späte Abholzeiten in Kitas oder Ferienprogramme, die auch Schichtarbeiter*innen entlasten.
- Kostenfreie Bildungsangebote für Familien mit geringem Einkommen: von Musikschulen über Sportvereine bis zu Lernförderung für Kinder, die nicht zuletzt auch pandemiebedingt Lücken haben.
- Eine „Familienkarte“ mit Rabatten für Freizeitangebote und Beratungsleistungen, die gezielt Familien mit kleinem Budget helfen.
- Stärkung der offenen Jugendarbeit: Jugendtreffs, Kulturprojekte und Beteiligungsformate wie Jugendräte – denn junge Menschen brauchen Freiräume, um sich auszuprobieren und gehört zu werden.
3. Schullandheim Dinkelscherben: Ein Zentrum für Demokratie und Nachhaltigkeit
Das Schullandheim Dinkelscherben soll nach der Sanierung wieder für Schüler*innen aus dem Landkreis Augsburg zur Verfügung stehen. Doch wir wollen mehr: Es soll kein reiner Übernachtungs- und Freizeitort sein, sondern ein Bildungszentrum, das Demokratie, Alltagskompetenzen und ökologisches Wissen und Handeln vermittelt.
Unser Plan:
- Ein modernes pädagogisches Konzept, das Schulen fertige Programmbausteine anbietet – von Demokratie-Werkstätten über Nachhaltigkeitsprojekte (z. B. „Zero Waste“) bis zu Medienkompetenz-Kursen, wie von uns im Mai 2025 beantragt.
- Partizipation von Anfang an: Schüler*innen, Lehrkräfte und Jugendarbeiter*innen gestalten das Konzept – etwa durch Workshops oder digitale Beteiligungsplattformen.
- Kooperation mit lokalen Akteur*innen: Umweltbildungszentren, Handwerksbetriebe und Kulturschaffende können das Schullandheim als außerschulischen Lernort nutzen – etwa für Projekte zu erneuerbaren Energien oder sozialem Unternehmergeist.
Fazit: Bildung darf kein Privileg sein. Wir GRÜNE kämpfen für ein System, das jedes Kind mitnimmt – unabhängig vom Geldbeutel der Eltern, Familien entlastet – nicht nur durch Geld, sondern auch durch Zeit und gute Infrastruktur, und junge Menschen auf die Zukunft vorbereitet.