Kapitel II aus unserem Kommunalwahlprogramm 2026 für den Landkreis Augsburg – hier geht es zum gesamten Programm.
Unser Landkreis lebt von der Vielfalt seiner Menschen – von jungen Familien und Senior*innen, von Zugewanderten und Alteinwohner*innen, von Engagierten in Vereinen und Initiativen. Doch gesellschaftlicher Zusammenhalt entsteht nicht von allein. Er braucht Räume für Begegnung, eine Kultur des Zuhörens und das klare Bekenntnis aller: Hier hat jede*r einen Platz – die Würde des Menschen ist unantastbar. Wir GRÜNE wollen einen Landkreis, in dem niemand ausgegrenzt wird, in dem Demokratie gelebt wird und in dem wirgemeinsam die Zukunft gestalten. Dafür stärken wir Teilhabe, fördern respektvollen Austausch, ermöglichen Begegnung und stellen uns entschieden gegen Hass und Spaltung.
1. Demokratie lebt vom Mitmachen: Politik für alle, von allen
Demokratie ist kein Zuschauer*innensport. Sie braucht Menschen, die mitreden, mitgestalten und Verantwortung übernehmen – egal, woher sie kommen oder wie alt sie sind. Doch noch immer fühlen sich zu viele ausgeschlossen: weil Sitzungen zu ungünstigen Zeiten stattfinden, weil Informationen schwer verständlich sind oder weil sie das Gefühl haben, nicht ernst genommen zu werden. Das ändern wir.
Wir setzen uns ein für:
- Barrierefreie Beteiligung: Digitale Plattformen für Ideen und Feedback, Bürger*innenforen und familienfreundliche Sitzungen – damit auch Eltern, Pflegekräfte oder Schichtarbeiter*innen mitmachen können.
- Mehr Vielfalt in der Politik: Besonders wichtig ist uns die Einbindung junger Menschen, Senior*innen, Migrant*innen, Menschen mit Behinderungen und anderer oft marginalisierter Gruppen in demokratische Prozesse.
- Mehr Frauen in Verantwortung: Denn Frauen haben einen anderen Blick auf Arbeitswege, Pflege, Kinderbetreuung, Architektur, Nahverkehr, Fuß- und Radwege, Aufenthaltsqualität öffentlicher Räume, Freizeiteinrichtungen, Vereinsleben, Ehrenamt etc. Wir fordern daher die paritätische Besetzung der Gremien. Wir GRÜNE fordern nicht nur die Hälfte der Macht den Frauen, wir leben es auch.
- Stärkung und Anerkennung des Ehrenamts: Wir unterstützendie Aktiven in den Vereinen durch die Ausweitung und Bewerbung der Ehrenamtskarte. Denn das Vorleben von demokratischen Werten in Vereinen, Schulen und anderen Strukturen gehört zum Rückgrat unserer Gesellschaft.
- Demokratiebildung und Antidiskriminierungsarbeit: Diesewerden wir in Schulen, Vereinen, Organisationen und öffentlichen Einrichtungen ausbauen und finanziell absichern.
2. Orte schaffen, wo alle dazugehören: Begegnung statt Ausgrenzung
Ein starkes Miteinander braucht Räume, in denen Menschen sich begegnen – ohne Konsumzwang, ohne Hürden. Doch in vielen Gemeinden fehlen solche Orte: Jugendliche haben kaum Treffpunkte, Ältere fühlen sich isoliert und Menschen mit wenig Geld können sich kulturelle Angebote oft nicht leisten. Wir wollen das ändern.
Wir fordern:
- Kostenfreie Begegnungsstätten: Ob Dorfgemeinschaftshaus, Quartierscafé oder Jugendclub – wir schaffen Räume, die von allen genutzt werden können. Diese Orte sollen generationenübergreifend sein und von Anwohner*innen mitgestaltet werden.
- Kultur für alle: Wir setzen uns für günstige oder kostenlose Kulturangebote ein – von Open-Air-Konzerten über Theaterworkshops bis zu Lesungen in einfacher Sprache und den weiteren Ausbau des Kulturschlüssels in unserem Landkreis. Kunst und Kultur sind kein Luxus, sondern ein Grundbedürfnis!
- Einsamkeit bekämpfen: Mit Nachbarschaftshilfen und Besuchsdiensten bringen wir Menschen zusammen. Besonders ältere Menschen und Alleinerziehende sollen Unterstützung finden – niemand soll unsichtbar sein.
3. Vielfalt feiern, Hass keine Chance geben: Unser Landkreis hält zusammen
Unser Landkreis ist bunt – und das ist unsere Stärke. Doch diese Vielfalt wird bedroht: Durch rassistische Hetze, Angriffe auf Geflüchtete und kommunale Politiker*innen oder die Zerstörung von Wahlplakaten demokratischer Parteien. Wir lassen nicht zu, dass Hass unser Miteinander vergiftet.
Wir handeln:
- Klare Kante gegen Rechts: Wir stärken zivilgesellschaftliche Initiativen und lokale Bündnisse gegen Rechtsextremismus, Rassismus und jede Form von Menschenfeindlichkeit.
- Schutz für Engagierte: Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe oder Antidiskriminierungsarbeit dürfen nicht allein gelassen werden. Wir fordern psychologische Unterstützung für Menschen, die Bedrohungen ausgesetzt sind.
- Vielfalt sichtbar machen: Mit interkulturellen Festen, Ausstellungen zu Migrationsgeschichten und regelmäßigen „Tagen der offenen Moschee/Synagoge/Kirche“ schaffen wir Begegnungen auf Augenhöhe, damit aus Fremden Nachbar*innen werden.
- Menschen, die bei uns Schutz suchen, nehmen wir auf und schaffen dafür die notwendigen Strukturen. Gute Integationspolitik vor Ort braucht aber auch mehr Geld vom Land und vom Bund sowie ausreichend und gut besetzte Verwaltungsstrukturen und Unterstützung der vielen Ehrenamtlichen.
Unser Landkreis 2030: Ein Ort, an demjeder Mensch mitgestalten kann– ob seit Generationen hier lebend oder erst seit kurzem angekommen. Ein Landkreis, in dem Vielfalt selbstverständlich ist und als Chance begriffen wird, in dem Einsamkeit und Armut bekämpft werden und in dem Demokratie jeden Tag gelebt wird. Das schaffen wir – aber nur gemeinsam.
Unser Appell: Demokratie ist nicht selbstverständlich, sondern eine ständige Aufgabe. Packen wir sie an – mit Offenheit, Entschlossenheit und der Gewissheit: Unser Miteinander ist stärker als jeder Spaltungsversuch.
Unser Ziel: Ein Landkreis, in dem alle Menschen unabhängig von (sozialer) Herkunft, Geschlecht, sexueller Identität, Alter oder Behinderung gleichberechtigt teilhaben und sich wohlfühlen können, in dem alle Menschen gut und sicher leben können – heute und in Zukunft.