Die geplante Tongrube im Holzhauser Tal bei Gablingen beschäftigt inzwischen auch die Bundesebene: Lisa Badum, Bundestagsabgeordnete und Sprecherin für Klimapolitik der Grünen-Bundestagsfraktion, hat sich vor Ort ein Bild von dem betroffenen Bannwald gemacht. Begleitet wurde sie von Vertreter*innen des Vereins Lebenswertes Holzhauser Tal, von Mitgliedern des Bund Naturschutz sowie Grünen Gemeinde- und Kreisrät*innen.
Beim Rundgang wurde deutlich, was bei einer Genehmigung des Vorhabens auf dem Spiel steht: Für den geplanten Ton- und Sandabbau soll wertvoller Wald im Naturpark Augsburg-Westliche Wälder weichen. Badum betonte, dass ein solcher Eingriff nicht alternativlos sein dürfe. Entscheidend sei die Frage, ob tatsächlich Natur zerstört werden müsse, wenn es in der Umgebung andere Abbaumöglichkeiten gibt.
„Die Bundesregierung treibt die Naturzerstörung leider mit aktuellen Gesetzen immer weiter voran. Die Ausgleichsregelung wird weiter verwässert. Umso wichtiger dass lokal genau geprüft wird, ob Natur geopfert werden muss oder es eine mildere Möglichkeit gibt. Es scheint aber nicht bewiesen, dass das Holzhauser Tal dem Tonabbau geopfert werden muss, wenn es in der Nähe andere Abbaustellen gibt“, so Badum.
Wie geht es mit dem Verfahren weiter?
Für eine aktuelle Einordnung haben die Grünen-Landtagsabgeordneten Eva Lettenbauer und Max Deisenhofer bei der Bayerischen Staatsregierung nach dem Stand des Genehmigungsverfahrens gefragt. Die Antwort zeigt: Rund zwei Jahre nach Einreichung des Antrags ist weiterhin keine Entscheidung gefallen. Noch fehlen entscheidende Stellungnahmen der Naturschutz- und Wasserfachbehörden. Zudem mussten die Antragsunterlagen nachgebessert werden, weil das zunächst vorgesehene Untersuchungsverfahren für die geplante Wiederverfüllung nicht mehr der geltenden Rechtslage entsprach.
Bemerkenswert ist außerdem, dass sich der Bezirk Schwaben eigeninitiativ in das Verfahren eingebracht und sich ausdrücklich gegen eine Rodung des Bannwaldes ausgesprochen hat – obwohl er weder Genehmigungsbehörde noch offiziell am Verfahren beteiligt ist.
Für uns Grüne ist klar: Die noch ausstehenden fachlichen Bewertungen müssen sorgfältig geprüft werden. Der Schutz des Bannwaldes, des Landschaftsschutzgebiets und des Naturparks Augsburg – Westliche Wälder muss bei der Entscheidung ein maßgebliches Gewicht haben. Wir bleiben dran – auf kommunaler, Landes- und Bundesebene – und werden uns weiter dafür einsetzen, dass das Holzhauser Tal erhalten bleibt!

